Jüdische Miniaturen – Edith Peritz
Ärztin – Plastische Chirurgin – Frauen-Netwerkerin

Benjamin Kuntz

Hentrich&Hentrich Jüdische Miniaturen, Band 345, Februar 2026

110 Seiten, 36 Abbildungen

Broschur

10,90 €

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„Wir müssen die Beziehungen zwischen den Völkern friedlich gestalten, indem wir persönliche Beziehungen schaffen, so daß die Bewohner eines anderen Landes nicht als Feinde erscheinen, sondern als Menschen wie Du und ich.“ Dies schrieb die 73-jährige amerikanische Schönheitschirurgin Edith Peritz 1970 an ihre Berliner Freundinnen – 34 Jahre, nachdem die Nationalsozialisten ihr die Existenzgrundlage entzogen.

Das Schicksal der Breslauer Ärztin ließ mich nicht mehr los. Gemeinsam mit dem Medizinhistoriker Benjamin Kuntz vom Berliner Robert-Koch-Institut begab ich mich auf Spurensuche nach Edith Peritz (1897–1985), einer Pionierin der plastischen Chirurgie, die bei der berühmten Schönheitschirurgin Suzanne Noël in Paris lernte. Wir trugen begeistert Fotos, Dokumente und Fakten zusammen.

Besonders berührend war es, als wir in einer vergilbten Plastiktüte ihren Reisepass mit dem Ausreisevisum fanden. Nicht zuletzt mit Hilfe bekannter texanischer Verwandter gelang es Edith Peritz, ihre engste Familie vor dem Holocaust zu bewahren und in den USA eine neue Karriere an der Seite eines preußischen Aristokraten zu starten.

Diese kleine Biografie ist Teil der Reihe „Jüdische Miniaturen“, die seit 2003 jüdische Persönlichkeiten vorstellt, die meist in Vergessenheit geraten waren. Sie ist zugleich der Auftakt für mein erzählendes Sachbuch, das 2027 im Suhrkamp-Verlag erscheint und die Geschichte einer jüdischen Großfamilie über mehrere Generationen und Kontinente nachzeichnet.