Klosterbücher über Sinnstifterorte
Klosterwelten erleben
Zwischen Himmel und Heute
In einer Welt, die sich immer schneller dreht, wächst die Sehnsucht nach Geborgenheit, Gemeinschaft und Stille. Klösterliche Orte im deutschsprachigen Raum bewahren diese Werte seit Jahrhunderten – und entwickeln sie weiter.
Aktive Ordensgemeinschaften öffnen ihre Türen für Ruhesuchende und bieten Freiräume, in denen Tagesstruktur und Besinnung eine heilsame Alternative zu Beschleunigung und Konsum werden. Mit Kursen, Exerzitien und Produkten aus eigener Herstellung teilen sie ihr jahrhundertealtes Wissen – von Gastfreundschaft bis zu Rhythmen, die Halt vermitteln.
Auch ehemalige Klostergemäuer entfalten eine neue Vielfalt: Hotels, Schulen, Brauereien, Manufakturen, Kliniken und Kulturzentren übersetzen klösterliches Erbe in zeitgemäße Konzepte.
So entsteht eine lebendige Vielfalt authentischer Orte – getragen von monastischer Weisheit und geöffnet für die Gegenwart. Orte, die zeigen: Was Klöster über Jahrhunderte kultiviert haben, ist heute aktueller denn je.
Mein Rückzug in die Welt
Kloster-Prinzipien für ein erfülltes Leben
Ein Künstlermönch, der ein Kloster leitet:
„Stille verbindet. Es ist so laut geworden, dass Stille ein ganz wesentliches Element für unsere Welt, für unsere Gesellschaft ist“, sagt Bruder Thomas Hessler, der für eine neue, offene Generation von Ordensleuten steht.
Für dieses Buch bin ich in die Rolle des österreichischen Benediktinermönches geschlüpft, der seit Ende 2024 das Europakloster Gut Aich am Wolfgangsee leitet.
Seine Biografie ist in jeder Weise ungewöhnlich wie kurvenreich. Mit 14 Jahren spürte der Niederösterreicher eine Berufung zum Mönchstum. Mit 41 Jahren kam er nach einigen Irrungen und Wirrungen – ohne Priester zu sein – im Mönchstum an. Heute steht er nicht nur den Betrieben des Europaklosters wie dem Ambulatorium vor, sondern begleitet als Führungskraft Mitarbeitende und Mitbrüder auf ihrem eigenen Weg. Außerdem gestaltet er als Künstlermönch Altarräume, Kliniken und Kapellen mit und öffnet somit auch Nichtgläubigen einen neuen Weg zur Spiritualität.
In unseren vielen Gesprächen hat mich fasziniert, mit welcher Hingabe Bruder Thomas seinen Glauben lebt, ohne je frömmelnd herüberzukommen. Überrascht hat mich sein enges Verhältnis zu seiner Herkunftsfamilie: Seine Zwillingsschwester Regina lebt als Nonne in der Abtei Frauenwörth. Beim Schreiben habe ich erfahren, wie angenehm es ist, sich zurückzunehmen und ungewohnten Perspektiven zu vertrauen. Das war manchmal mühsam, im Ganzen aber ungemein bereichernd.
Mit großer Offenheit und Vertrauen hat Bruder Thomas mich an seinem Leben teilhaben lassen, das auf intensive Weise mit dem Europakloster verbunden ist: So gehört er dem neugegründeten Benediktinerkloster seit 1993 an. Bei meinen Aufenthalten lernte ich wohltuende Klosterprinzipien kennen, beispielsweise besser auf meinen Körper zu hören, Pausen zu machen, Zweifel zu- und Schwierigkeiten loszulassen.
Heute gehört Gut Aich für mich zu den Klöstern, denen es gelingt, Menschen mit ihren Zweifeln, Sorgen und Nöten abzuholen und Glauben überzeugend zu leben. Die Mönche hier zeigen, wie man dem Dauerstress der Erreichbarkeit entgeht, weil ein Leben in der Stille und Kontemplation kein Rückschritt, sondern vielmehr ein Gewinn ist.
Starke Schwestern
Klosterreisen – Inspirationen für ein anderes Leben
Wie alle saß ich während Corona im Lockdown fest und dachte über Menschen nach, die freiwillig ihr Leben an einem Ort verbringen. Während ich unter dem „Eingesperrt Sein “ litt, leben besonders benediktinisch geprägte Ordensleute nach diesem Prinzip. Ich wollte verstehen, warum. Also besuchte ich dank eines Stipendiums buddhistische und christliche Frauenklöster – sobald die Vorschriften gelockert wurden. Dabei war ich von mir überrascht: Denn während meiner Mainzer Schulzeit hatte ich mit Schwestern hinlänglich schlechte Erfahrungen gemacht.
Vor allem katholische wie evangelische Klöster leiden im deutschsprachigen Raum unter Nachwuchsmangel, während buddhistische und orthodoxe Nonnen langsam Fuß fassen. Ich konzentrierte mich auf Gemeinschaften, die innovative Wege fanden, der Klosterkrise zu trotzen, Lösungen für gesellschaftsrelevante Fragen suchten. Besonders beeindruckte mich die Heiterkeit der Karmelitin Elija Bossler, die auf dem Gelände des ehemaligen KZ lebte und lange als Fotografin Überlebende porträtierte. Oder die evangelische Äbtissin Eva von Westerholt, die es sich als ehemalige Finanzmanagerin zur Aufgabe gemacht hatte, ein niedersächsisches Damenstift für junge Menschen verstehbar zu machen. Oder die buddhistische Nonne Ayya Phalanyani, die ausgerechnet im katholischen Allgäu einem florierenden Kloster vorsteht.
Während meiner Besuche legte ich manches, liebgewonnene Vorurteil ab. Ich erlebte, wie Klöster als „Andersorte“ Menschen anziehen, die Gemeinschaft, eine Tagesstruktur, Halt in einer modernen Spiritualität suchen. Mir selbst taten die Ruhe, die Kunst, das Ankommen, die tiefen Gespräche über Gott und die Welt gut.
Mit der Zeit wurden Klöster für mich Orte, die gesellschaftlich wichtig sein können – wenn sie es verstehen, auf die Menschen zuzugehen, statt sie zu belehren.
Klosterwelten erleben

Klosterberatung
Klöster, Orden und kirchliche Einrichtungen strategisch zukunftsfähig aufstellen durch Analyse, Vision, Aufbau einer funktionierenden Kommunikation, einem erfolgreichen und wirksamen Fundraising sowie der Begleitung in der nachhaltigen Transformation, mit konkreten Umsetzungsplänen sowie Begleitung bei der Implementierung – orientiert an den Prinzipien moderner Beratungssituationen sowie klösterlichen Werten und über 25 Jahren Expertise, das ist unsere Mission.
Kommunikation
Klöster stehen vor einer der größten Herausforderungen ihrer Geschichte: Sie sollen Tradition bewahren und sich gleichzeitig neu erfinden. Schrumpfende Gemeinschaften, leere Kassen, ungewisse Zukunft – und dennoch ein unverwechselbares Charisma, das Menschen bis heute anzieht und in einer Gesellschaft in der Krise immer wichtiger macht.
Genau hier setzen wir an. Unser Beratungsverbund vereint drei spezialisierte Agenturen – Kommunikation, Fundraising und Transformation – um Klöster, Orden und kirchliche Einrichtungen in ihrer geistlichen, sozialen und kulturellen Mission zu stärken. Was wir für Sie tun:
- Kommunikation – Wir schärfen Ihr Profil, entwickeln Sprache und Botschaften, die Ihr Charisma authentisch vermitteln: für Website, Publikationen und Öffentlichkeitsarbeit.
- Fundraising – Wir erschließen neue Förderquellen, entwickeln Spendenkonzepte und stärken die Bindung Ihrer Freundeskreise und Unterstützer.
- Transformation – Wir begleiten Sie strategisch in Veränderungsprozessen: behutsam, strukturiert und mit Respekt vor dem, was Ihr Haus ausmacht.
