Edith Peritz stammte aus einer jüdischen Breslauer Ärztefamilie. Sie wählte das beargwöhnte Fach der plastischen Chirurgie. Nach dem Abschluss ihres Medizinstudiums in Breslau, zieht sie in das Berlin der zwanziger Jahre.

Hier arbeitet sie zunächst als Assistenzärztin am Städtischen Rudolf-Virchow-Krankenhaus. 1928 lässt sie sich von der ersten französischen Schönheitschirurgin, Suzanne Noël weiterbilden. Zurück in Berlin eröffnet sie eine florierende Praxis und engagiert sich berufspolitisch im „Bund Deutscher Ärztinnen.“

1930 gründet die Medizinerin den ersten deutschen Soroptimistinnen-Club, ein Netzwerk für berufstätige Frauen. Zu ihren Mitgliedern gehören die berühmte Schauspielerin Tilla Durieux, die Fotografin Lotte Jacobi, die Künstlerin Annot Jacobi oder die Architektin Marie Frommer.

Die Nationalsozialisten beenden eine große Karriere. Die jüdische Medizinerin emigriert 1936 nach New York. Sie baut sich gemeinsam mit ihrem Mann, Hans von Lojewski, ihrer Großfamilie und eines großen Freudeskreises ein neues Leben auf. Da Exil macht die Schönheitschirurgin zur Weltbürgerin, die Kontakt nach Europa und Deutschland hält.


Felicitas von Aretin

Die Enkel des 20. Juli 1944

Traumata können sich bis in die Enkel und Urenkelgeneration auswirken. In den achtziger Jahren beschäftigen sich Romane und Forschung mit den Folgen der NS Zeit auf die Nachkommen von Tätern und Opfern. In Widerstandsfamilien bleibt es hingegen lange ein Tabu, seelische Auswirkungen zu thematisieren. Um die »Spirale des Schweigens« in diesen Familien besser zu verstehen, führte die Autorin zahlreiche Gespräche mit Enkeln und Enkelinnen und stellte die Doppelporträts von Enkel/in und Großvater in den zeithistorischen Kontext. Sie erzählt, wie die Nationalsozialisten nach dem Attentat Rache an den Nachkommen nehmen und zeichnet den Umgang beider deutschen Gesellschaften mit einem ambivalenten Datum nach. Außerdem analysiert sie die verschiedenen Rezeptionsphasen politischer Instrumentalisierung – vom Widerständler zum Staatshelden.

Benjamin Kuntz

Felicitas von Aretin

Jüdische Miniaturen – Edith Peritz

Ärztin – Plastische Chirurgin – Frauen-Netwerkerin

Die aus Breslau stammende Ärztin Edith Peritz (1897–1985) war eine Pionierin der plastischen Chirurgie in Deutschland. Nach dem an der Universität ihrer Heimatstadt absolvierten Medizinstudium kam sie 1922 nach Berlin. Hier war sie zunächst als Assistenzärztin am Städtischen Rudolf-Virchow-Krankenhaus tätig. In Paris ließ sie sich von der bekannten ästhetischen Chirurgin Suzanne Noël weiterbilden. Zurück in Berlin eröffnete sie eine eigene Praxis und wurde Mitglied in der Berliner und der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Sie engagierte sich im Bund Deutscher Ärztinnen, der Vorläuferorganisation des heutigen Deutschen Ärztinnenbundes. 1930 gründete sie auf Anregung von Suzanne Noël den ersten deutschen Soroptimist-Club – ein Netzwerk berufstätiger Frauen. Zu dessen Mitgliedern zählten u. a. die Schauspielerin Tilla Durieux, die Fotografin Lotte Jacobi und die Schriftstellerin Gabriele Tergit. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten emigrierte Edith Peritz 1936 in die USA.

Felicitas von Aretin

Klosterwelten erleben

Zwischen Himmel und Heute

In einer Welt, die sich immer schneller dreht, wächst die Sehnsucht nach Geborgenheit, Gemeinschaft und Stille. Klösterliche Orte im deutschsprachigen Raum bewahren diese Werte seit Jahrhunderten – und entwickeln sie weiter.

Aktive Ordensgemeinschaften öffnen ihre Türen für Ruhesuchende und bieten Freiräume, in denen Tagesstruktur und Besinnung eine heilsame Alternative zu Beschleunigung und Konsum werden. Mit Kursen, Exerzitien und Produkten aus eigener Herstellung teilen sie ihr jahrhundertealtes Wissen – von Gastfreundschaft bis zu Rhythmen, die Halt vermitteln.
Auch ehemalige Klostergemäuer entfalten eine neue Vielfalt: Hotels, Schulen, Brauereien, Manufakturen, Kliniken und Kulturzentren übersetzen klösterliches Erbe in zeitgemäße Konzepte.
So entsteht eine lebendige Vielfalt authentischer Orte – getragen von monastischer Weisheit und geöffnet für die Gegenwart. Orte, die zeigen: Was Klöster über Jahrhunderte kultiviert haben, ist heute aktueller denn je.

Thomas Hessler

Felicitas von Aretin

Mein Rückzug in die Welt

Kloster-Prinzipien für ein erfülltes Leben

Das Leben von Bruder Thomas verlief keineswegs gradlinig. Vielmehr steht der Benediktiner aus dem Europakloster für eine neue Generation von Mönchen, die authentisch ihre Spiritualität leben möchte. In seinem aktuellen Buch erzählt der neue Prior daher schonungslos von den Höhen und Tiefen seines Lebens und spart kein Thema aus. Mit 18 Jahren tritt er als junger Mann in das Stift Reichersberg ein und wenige später Jahre wieder aus, um die eigene Sexualität zu erkunden. Erst mit 42 Jahren kommt er nach Zweifeln und Krisen im Mönchstum an.
1993 gründete er das erste Benediktiner-Kloster in Österreich seit 800 Jahren mit: Das Europakloster Gut Aich. Im Herbst 2024 wählten die Brüder den 57-Jährigen zu ihrem neuen Prior. Dabei ist Bruder Thomas kein Priester und möchte auch keiner sein. Papst Franziskus hat die Wahl des 57-Jährigen kurz vor seinem Tod durch ein Dekret noch möglich gemacht. Heute zählt Bruder Thomas weltweit zu den wenigen Prioren ohne Priesterweihe. In dem neuen Buch gew

Felicitas von Aretin

Mit Wagemut und Wissensdurst

Die ersten Frauen in Universitäten und Berufen

Um die Jahrhundertwende eroberten junge Frauen die Hörsäle im deutschsprachigen Raum, obgleich Mediziner ihnen ein zu „kleines“ Gehirn attestierten. Diese mutigen Studentinnen überwanden Geschlechterklischees und studierten oft Medizin. Die Universität Zürich ließ bereits ab 1864 Frauen zum Studium zu, wovon vor allem Russinnen Gebrauch machten. Alle bewiesen: Wagemut und Wissensdurst.

Die Volkswirtin und Frau des ersten Bundespräsidentin, Elly Heuss-Knapp, gründete als Werbetexterin das Mütter-Genesungswerk – eine Institution, die bis heute unzähligen Familien hilft.

Felicitas von Aretin

Starke Schwestern

Klosterreisen – Inspirationen für ein anderes Leben

In Zeiten, in denen viele Menschen mit Ängsten, Vereinsamung und Unsicherheit konfrontiert sind, wächst das Interesse nach Vorbildern und spirituellem Halt. Diesen können auf den zweiten Blick Ordensschwestern bieten: Sie richten ihr Leben nach spirituellen Werten aus und leben mit anderen Schwestern zusammen. Parallel müssen Orden und Gemeinschaften sich neu erfinden. Eine neue Generation von Schwestern strebt eine veränderte und gleichberechtigte Rolle in ihrer Kirche, ihrer Religion an. Innovative wie reformfreudige Schwestern verkörpern mit ihrer Resilienz, Krisenfestigkeit und Werten, Eigenschaften, die uns helfen, besser mit künftigen Krisen umzugehen. In diesem Buch stehen solche Ordensschwestern im Mittelpunkt, aus unterschiedlichen Konfessionen und Religionen, dem Christentum und dem Buddhismus. Felicitas von Aretin hat sie getroffen und stellt sie in tiefschürfenden und fesselnden Texten vor.

Felicitas von Aretin

Ungewöhnliche Unternehmerinnen und das Geheimnis ihres Erfolgs

Erfolgreiche Geschäftsfrauen haben sich von Krisen noch nie abhalten lassen. Sie schreiten mutig und eigenwillig voran, sie meistern Herausforderungen, sie rebellieren gegen Ungleichbehandlung und machen Mut, eigene Wege zu gehen, Risiken in Kauf zu nehmen und Lebensträume zu verwirklichen.

Felicitas von Aretin porträtiert historische Grandes Dames der Geschäftswelt ebenso wie innovative Gründerinnen von heute. Trotz großer Hürden wählten Frauen vor allem den männerdominierten Genussbereich. Frauen erkämpfen sich hier erst in den vergangenen Jahrzehnten einen Platz – und setzen sich vor allem für Nachhaltigkeit, gute Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter:innen und Frauenförderung ein. Gewitzt, mutig, innovativ und stark